Sonntag, 16. Januar 2011

Pendel-Mediation (Shuttle-Mediation) oder Präsens-Mediation als praktischer Einstieg

Wie können Sie es anstellen, mit ihrem Konflikt-Partner mit Hilfe eines zwischengeschalteten Mediators zu reden/kommunizieren ?

Ganz einfach - es bestehen zwei Möglichkeiten:

entweder bitten Sie den Mediator mit der Gegenseite im Wege der
Pendel-Mediation in Kontakt zu treten oder aber Sie vereinbaren die Aufnahme einer Präsens-Mediation.

Während Sie sich bei der Präsens-Mediation mit Ihrem Konflikt-Partner beim Mediator zu gemeinsamen Terminen treffen, spricht der Mediator im Fall der Pendel-Mediation telefonisch im Wechsel mit den Konflikt-Partnern.

Dieses telefonische hin- und her pendeln zwischen den Parteien bietet mehrere Vorteile.

Zum Einen können damit auch bereits zwischen den Konflikt-Parteien eskalierte Konflikte und ihre Hintergründe unter "Entzerrung" nochmal aufgenommen werden. Denn wenn die Parteien nicht unmittelbar miteinander kommunizieren, bedeutet es eine Chance, über die wechselseitige Darstellung der unterschiedlichen Perspektiven der Konflikt-Partner über den Mediator als Neutralem den Parteien den Blick auf die Darstellung der Gegenseite im "Perspektivwechsel" zu ermöglichen - ohne dass die Konflikt-Partner sozusagen als "Streithähne" weiter unmittelbar aufeinanderprallen.

Zum Anderen ermöglicht die Pendel-Mediation auch den Austausch ohne Terminprobleme und ganz losgelöst von der räumlichen Entfernung, die zwischen den Streitenden manchmal liegt - was ein gemeinsames Erörtern insbesondere im Fall mehrerer Konfliktpartner sonst oft erschwert.

Der Weg der Pendel-Mediation als Versuch, vielleicht doch noch die "Kuh vom Eis" zu kriegen, bevor 2 Anwälte und Richter "mitmischen", bedeutet dabei eine Chance, deren Kosten eine Partei bei Vereinbarung einer Pauschale durchaus auch allein zu Schultern bereit sein kann, um der Gegenseite diesen Weg zu eröffnen.

Das ist eine Frage der "Vereinbarung", die Sie mit mir vorab erörtern können. Es kann aber auch wie bei einer Präsens-Mediation die Teilung der Kosten (gegebenenfalls nachträglich) in die Vereinbarung aufgenommen werden (die bei bestehender Rechtsschutzversicherung auch von dieser je nach RS-Vertrag übernommen werden). Also sprechen Sie mich einfach an... ....................

Dienstag, 1. Dezember 2009

Wie der Konflikt "tickt"

Für die üblichen theoretischen Beschreibungen, was "Mediation" bedeutet, verweise ich auf "wiki". Dort arbeiten schon lange viele kompetente Autoren an einer Darstellung, die kurz zusammenfasst, worum es "theoretisch" bei der Mediation geht. http://de.wikipedia.org/wiki/Mediation

Ich möchte statt dessen an Beispielen veranschaulichen, was bei einem Konflikt eigentlich typischer Weise passiert, wenn er sich so entwickelt, wie wir es alle schon mal - zumindest ähnlich - erlebt haben.
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Die Muster eines Konfliktes, seine Entstehung und seine Eskalation kann man als sich steigernd und beim Höhepunkt eskalierend "darstellen". Friedrich Glasl benutzt für die Konflikteskalation ein - wie ich empfinde - viel "treffenderes Bild". Er beschreibt sie mit Stufen, die "in den Abgrund" führen.

Ein prominentes Beispiel ist der "Rosenkrieg"; dieser Begriff steht u.a. für einen "Filmtitel" (in Anlehnung an den Englischen Thronfolgekrieg im 15. Jahrhundert) - der aber zum Synonym für einen klassischen Konflikt in all seinen Stufen wurde. In diesem Film (ein erfolgreicher Klassiker aus dem Jahre 1989) stürzen die beiden Konfliktpartner (am Ende ihres Scheidungskrieges) gemeinsam mit einem Kronleuchter in den Abgrund; noch im Sterben wird die ausgestreckte Hand des Anderen zurückgestoßen.

Das finden Sie zu theatralisch ? Aber so werden "bildhaft" nachvollziehbar die nachfolgend wiedergegebenen 9 Konflikteskalationsstufen von "Glasl" sehr "treffend" in dem Film "abgearbeitet" und es wird deutlich, wie ein Konflikt sich typischer Weise entwickelt.

Stufe 1; die Verhärtung:
Konflikte beginnen mit Spannungen, z. B. gelegentliches Aufeinanderprallen von Meinungen. Es ist alltäglich und wird nicht als Beginn eines Konflikts wahrgenommen. Wenn daraus doch ein Konflikt entsteht, werden die Meinungen fundamentaler. Der Konflikt könnte tiefere Ursachen haben.

Stufe 2; Debatten
Ab hier überlegen sich die Konfliktpartner Strategien, um den Anderen von ihren Argumenten zu überzeugen. Meinungsverschiedenheiten führen zu einem Streit. Man will den Anderen unter Druck setzen.

Stufe 3; Taten statt Worte
Die Konfliktpartner erhöhen den Druck auf den jeweils Anderen, um sich oder die eigene Meinung durchzusetzen. Gespräche werden z. B. abgebrochen. Es findet keine Kommunikation mehr statt und der Konflikt verschärft sich schneller.

Stufe 4; Koalitionen
Der Konflikt verschärft sich dadurch, dass man Sympathisanten für seine Sache sucht. Da man sich im Recht glaubt, kann man den Gegner denunzieren. Es geht nicht mehr um die Sache, sondern darum, den Konflikt zu gewinnen, damit der Gegner verliert.

Stufe 5
; Gesichtsverlust
Der Gegner soll in seiner Identität vernichtet werden durch alle möglichen Unterstellungen oder ähnliches. Hier ist der Vertrauensverlust vollständig. Gesichtsverlust bedeutet in diesem Sinne Verlust der moralischen Glaubwürdigkeit.

Stufe 6; Drohstrategien
Mit Drohungen versuchen die Konfliktparteien, die Situation absolut zu kontrollieren. Sie soll die eigene Macht veranschaulichen. Man droht z. B. mit einer Forderung, die durch eine Sanktion („Sonst werde ich......) verschärft und durch das Sanktionspotenzial untermauert wird. Hier entscheiden die Proportionen über die Glaubwürdigkeit der Drohung.

Stufe 7; Begrenzte Vernichtung
Hier soll dem Gegner mit allen Tricks empfindlich geschadet werden. Der Gegner wird nicht mehr als Mensch wahrgenommen. Ab hier wird ein begrenzter eigener Schaden schon als Gewinn angesehen, sollte der des Gegners größer sein.

Stufe 8; Zersplitterung
Der Gegner soll mit Vernichtungsaktionen zerstört werden.

Stufe 9; Gemeinsam in den Abgrund
Ab hier kalkuliert man die eigene Vernichtung mit ein, um den Gegner zu besiegen.


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Samstag, 28. November 2009

Wenn Konflikte Energien binden

Konflikte können konstruktiv sein !

Sie erkennen, bearbeiten, lösen mit Hilfe der Einschaltung eines neutralen Dritten als Vermittler zwischen den "Interessen"; Mediation ist Weg und Werkzeug dazu. _____________________________________________________

Tragen Sie Konflikte mit sich herum oder beobachten welche bei Anderen? Haben Sie schon mal vor Gericht einen Konflikt "durchlebt" ? oder kennen jemanden, der einen kennt, der...?

Ging es da um "(Rechts-)Positionen" oder die "Interessen" - die eigentlich hinter den "diskutierten" Positionen stecken - die aber als "Interessen" nicht zu Tage treten, sondern statt dessen die "Positionen" immer unvereinbarer und erbitterter verteidigt wurden ?

Ein gern zitiertes Beispiel dafür: die beiden Geschwister, die um die letzte Orange im Obstkorb streiten. Der Konflikt, wer die gewichtigeren Rechte auf die Orange hat, wird erst durch die Mutter (als der neutralen Dritten) nach Hinterfragen des Interesses, das von jedem der Beiden mit der Orange verfolgt wird, klar. Eine(r) will den Saft trinken, der/die Andere die Schale für ein Rezept reiben.

Positionen wie z.B. ("ich habe gestern kein Obst gegessen" - "dafür hast du heut aber schon den letzten Apfel genommen") scheinen unvereinbar. Die Interessen hingegen können sich als durchaus vereinbar erweisen.

So einfach läßt sich aber nicht in allen Konfliktfällen zu den Interessen vordringen - sie werden von der "Eigendynamik" und Eskalation des Konflikts überdeckt und können nur durch bestimmte "Techniken" wieder sichtbar gemacht werden (die für die Mediation interdisziplinär aus verschiedenen Bereichen "entliehen" werden).

Auch kann die Eskalation des Konflikts so weit fortgeschritten sein, dass eine Vermittlung als nicht mehr möglich erscheint, sondern eine "Entscheidung" um "jeden Preis" als erforderlich angesehen wird.

Ob, beide Seiten dann mit der "Entscheidung" durch Dritte in der Zukunft zurecht kommen, bzw. wie sie damit umgehen, hängt davon ab, ob die Parteien auch in Zukunft noch miteinander in Kontakt stehen.

In vielerlei Konstellationen eines weiteren Kontaktes kann es zu Dauerstress durch weitere Konflikte kommen. Das verdeutlicht bereits, in welchen Lebensbereichen eine Mediation mit Blick auf die Zukunft konstruktiver sein kann. (Mietverhältnisse, Arbeitsverhältnisse, Gesellschaftsverhältnisse usw.; in Zweier- und Gruppenbeziehungen.)

Der Vorschlag, dass die Geschwister die Orange teilen könnten, wäre dem gegenüber ein Beispiel für einen "faulen Kompromiss", da er die Interessen außer acht ließe und jedem unnötig nur die Hälfte dessen, worin sein wahres Interesse liegt, bescheren würde (und gegebenenfalls letztlich ineffektiv für die jeweiligen Interessen wäre).

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